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Margot Käßmann, Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, hat offiziell ihren Rücktritt von allen höheren Ämtern erklärt, wie bspw. in diesem Bericht festgehalten. Trotz (zumindest öffentlich) erklärtem Rückhalt aus den eigenen Reihen zog die Theologin klare Konsequenzen aus ihrer kürzlich bekanntgewordenen Verfehlung in Form von Trunkenheit am Steuer. Mit rund 1,5 Promille Blutalkohol war Frau Käßmann laut Medienbereichten nach Überfahren einer roten Ampel von der Polizei angetroffen worden.

Die Entscheidung für eine Amtsaufgabe dürfte klar im Interesse des Ansehens der evengelischen Kirche gefallen sein und zeugt von Couragiertheit und Überzeugung für die eigene Sache. So manch Politiker hat / hätte einen derartigen Fauxpas schlichtweg ausgesessen. Die Amtsaufgabe scheint jedoch nicht allein deshalb tragisch. Vielmehr ist sie eine kleine emazipatorische Tragödie. Deutschland repräsentiert sich mit einer BundeskanzlerIN fortschrittlich, was die Gleichheit der Geschlechter angeht. Dass die Gleichberechtigung in Form von Frau Käßmann auch Einzug in die Institution Kirche hielt, war in meinen Augen aber eine weitaus größere Sensation - wenngleich man der evangelischen Kirche sicherlich etwas mehr Zeitgeist bescheinigen darf, als der katholischen. Der Fall Käßmann jedoch dürfte jedoch Öl ins Feuer der Erzkonservativen sein - und so unter Umständen dafür sorgen, dass so schnell keine Frau mehr in ein hohes kirchliches Amt gewählt wird.

Darüber hinaus darf man sich natürlich die Frage stellen, in wie weit ein Verkehrdelikt tatsächlich die Integrität einer Geistlichen in Frage zu stellen vermag und ob die (absolut berechtigte) für den normalen Bürger übliche Bestrafung nicht ausgreicht hätte. Sicher: Ein Polizist sollte keinen Raubüberfall begehen, ein Arzt nicht foltern, ein Beamter nicht willkürlich handeln, ein Richter nicht bestechlich sein, und so weiter. Jeder Berufsstand hat seine eigene, unumstößliche Ethik. Aber absolut Heilige sind auch außerhalb der Reihen der Gottesdiener selten.
Sicherlich steigt in der heutigen, mit Boulevardmedien übersättigten Gesellschaft aber das rufschädigende Potential jedes auch noch so kleinen Fehlers durch eine öffentliche Person um ein Vielfaches. Überdramatisierung und die Generierung von Skandalmeldungen gehören nunmal zum Geschäft. Die Konsequenzen stören dabei niemanden ernstlich - und eben dies hat wohl auch Frau Käßmann schmerzlich realisiert.

Wie steht Ihr zu dem Fall? Was ist Eure Meinung? Schreibt uns in den Kommentaren!

Kommentare  

 
0 #1 egal 2012-01-02 23:15
Hey schreib halt statt Backlinkseller "Tipp" oder "Links" g__gle mag sowas nicht und ich hab keine Lust abgestraft zu werden. Du etwa?
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0 #2 egal 2012-01-02 23:19
in Module einfach den Namen ändern - fertig. und nicht vergesen diese 2 kommentare zu löschen - und alle sind gLüCklicH
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